M5S Alto Adige-Südtirol

Die Geschichte der Public Health Studie oder die Hochgeschwindigkeitslüge!

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Reicht es aus, eine glatte Lüge zu erzählen, die in allen Zeitungen veröffentlicht wird, damit sie wahr wird? Nein! Zumindest nicht in einem Land, das von sich behaupten will, zivilisiert zu sein. Und der Herr Bergmeister hat schon wieder eine Unwahrheit verbreitet, wird es da nicht langsam Zeit, über seinen Rücktritt zu sprechen?

Mit dem Begriff “öffentlich” meint man – unter anderem – laut Duden “für die Allgemeinheit zugänglich, benutzbar”. Wer die Beobachtungsstelle zum Bau des Brenner Basistunnels leitet, hat im Deutschunterricht wohl nicht so gut aufgepasst: Die Aussage “Die Public Health Studie, die von der Universität Innsbruck erarbeitet wurde, ist gar nicht geheim. Sie ist seit dem Jahr 2007 öffentlich zugänglich”, entspricht nicht der Wahrheit und will die Leser wohl für blöd verkaufen.

 

Die Public Health Studie: die Anträge auf Einsichtnahme, die Antworten

Sowohl die 5 Sterne Bewegung – auf lokaler wie nationaler Ebene durch den Abgeordneten Riccardo Fraccaro- als auch die Grünen und sogar die Svp mit dem Abgeordneten Manfred Schullian wollten Einsicht in den Bericht nehmen! Der Kalterer Abgeordnete hat Medien gegenüber am 28. März 2014 folgende Aussage getätigt: “Diese Verschwiegenheit ist nicht angebracht, es drängt sich der Verdacht auf, dass es etwas gibt, was man verdecken möchte”. Selbst der Landeshauptmann Arno Kompatscher hat während der Landtagssitzung – um die Anfrage seines Parteikollegen Schiefer zu beantworten – erklärt, dass die Landesregierung keinen Abzug davon hätte. Eine ähnliche Antwort hat in Trient am 7. Februar 2014 auch der Landesrat für Infrastrukturen Mauro Gilmozzi als Antwort auf eine Anfrage der 5 Sterne Bewegung gegeben.

Aber das ist alles nur der Anfang… In einem Crescendo, wo Ehrlichkeit und Transparenz Fehlanzeige sind, tätigte Mauro Fabris, der Beauftragte des Brenner Basistunnels, folgende Aussage: “Die Studie über die Auswirkungen des Brenner Basistunnels auf die Lebensqualität der Südtiroler Bevölkerung? Es gibt keinen Grund, weshalb man sie weiter geheim halten sollte. Es ist richtig, dass sie veröffentlicht wird.” (Dies seine Aussage in den Medien am 30. März 2014). Zum krönenden Abschluss werden noch die Aussagen der Bbt Se zitiert, die am 13. März 2014 infolge einer Anfrage um Einsichtnahme in die Akten vonseiten der 5 Sterne Bewegung, verlautet wurden: Aufgrund der vielen Anfragen der Abgeordneten hat sich die Gesellschaft Bbt Se dazu bereit erklärt, den Fachleuten, für das Ministerium für Infrastrukturen im Einsatz sind, die gesamte sozial-umwelttechnische Studie zur Verfügung zu stellen, auch wenn wiederholt betont wird, dass die Studie heute auf Voraussetzungen beruht, die stark vom Projekt, welches man realisieren möchte, abweichen und die sozio-umwelttechnische Studie somit gänzlich unzuverlässig und unbrauchbar machen”.

Liebe “Freunde” der Beobachtungsstelle, habt ihr nicht geschworen, dass die Studie bereits im Jahr 2007 öffentlich zugänglich war, und dass es sich nur um eine Aufbauschung von Grillo und Fraccaro handelte? Und was sagt ihr zu den rhetorischen Aussagen über den gemeinsamen Pfad, den man einschlagen wollte, und der transparent sein sollte? Sogar eine unschuldige Fotoausstellung zur No Tav Bewegung des Susatals wurde plötzlich und in aller Eile von der Bozner Universität (Deren Präsident ist Konrad Bergmeister, frei nach dem Motto “je mehr Sessel, desto mehr Macht”) ausquartiert…

Bei so viel Dreistheit verschlägt es selbst dem weltgewandtesten Schönredner die Sprache… Was kann man da noch sagen? Es fehlen einem wirklich die Worte.

 

 

 

 

Public Health: eine Studie, die nunmehr überholt ist?

Last but not least, nehmen wir eine weitere Lüge dieser scheinbar endlosen Geschichte her. Auch wenn wir davon ausgehen, dass die Studie an Wert verloren hätte und nun “völlig unzuverlässig und unbrauchbar” wäre, ist es wichtig klarzustellen, dass es sich dabei um Aussagen handelt, die von Prof. Lercher selbst verneint wurden. Professor Lercher gehört zu den Autoren der Studie und hat in einem Interview im ORF behauptet, dass “der Großteil der Studie immer noch gültig ist, vor allem in Hinblick auf die Aussagen über Nachhaltigkeit und Gesundheit.”

 

Die Studie- Vertiefung

Die einfache und belegbare Wahrheit ist, dass die BBT SE die ausgedehnte Studie über die öffentliche Gesundheit – die von Wissenschaftlern der Universitäten Berlin, Graz, Bozen und Turin unter der Leitung von Professor Lercher der Fakultät für Humanmedizin in Innsbruck erarbeitet wurde- ganze acht Jahre lang geheim gehalten hat. Diese Studie belegt die Nutzlosigkeit einer der weltweit größten Bauten. Das Zusammenspiel der Spitzenpolitiker, um das Dokument geheim zu halten, hat den Beginn des kolossalen, umweltschädlichen und teuren Baus ermöglicht.

Die Bürger haben niemals die Chance bekommen, über die wahre Begründung oder die Auswirkungen des Projektes in Kenntnis gesetzt zu werden. Das geschah deshalb, weil die Bewohner des Wipptals niemals erfahren sollten, dass die Wissenschaftler gar nicht im Sinne hatten, die Umweltbelastung auf der A22 durch den Brenner Basistunnel zu verringern (Z.B.: Verringerung der Stickstoffdioxidemissionen durch den BBT in Gossensass um 4 % oder in Patsch um 3%). Folgende Aussagen sollten sie nie zu lesen bekommen: “Die verminderten Abänderungen der umweltschädigenden Stoffe gehen eher auf technische Neuerungen zurück (Wie etwa umweltbelastende LKW-Motoren, AdR), als auf die tatsächliche Verlegung des Verkehrs von der Straße auf die Schiene”, oder “Die Ergebnisse aller Untersuchungen deuten klar darauf hin, dass der Gesundheit aufgrund der Lärmbelastung selbst nach dem Bau des Brenner Basistunnels noch erheblicher Schaden zugefügt wird”.

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